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Eine weiteres Brauchtum, das auch in Borkhorn gepflegt wird, ist das Überbringen eines Kilmerstutens. Ist in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder auch in einem Verein ein Baby geboren, treffen sich nach ein paar Monaten die zu dem entsprechenden Kreis gehörenden Erwachsenen und bringen den Eltern und dem Baby einen Kilmerstuten. Dabei handelt es sich um ein 1- 2 m langes Rosinenbrot, das auf einer geschmückten Leiter transportiert wird. Die Überbringer tragen eine besondere Kluft: Rot-weiß oder blau-weiß karierte Schürzen, Tücher, Schleifen, Holzschuhe u. Zylinder.
Bevor jedoch das Haus des Neugeborenen erreicht wird, macht der „Festumzug“ einen großen Gang durch die Nachbarschaft und fragt bei jedem Haus an, wo die zu beschenkende Familie wohnt. Da sich die Nachbarn in der Regel als sehr gastfreundlich erweisen, wird der beim Marsch auftretende Durst unterwegs schon kräftig gelöscht und es kann spät werden, bis man am „Ziel“ angekommen ist.
Der Kilmerstuten wird dann meistens mit einem Gedicht oder Liedvortrag übergeben. Die Eltern schneiden den Stuten an und bieten ihn mit Butter, Schinken oder Käse und einem kräftigen Kaffee ihren Gästen an. Dazu werden natürlich auch „geistige Getränke“ gereicht.