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Überblick In ersten Aufzeichnungen wird Borkhorn um das Jahr 1200 unter dem Namen BOCHORNE erwähnt. Aus dem Jahre 1238 ist im Bischöflichen Lehnregister von Osnabrück Borkhorn ebenfalls unter BOCHORNE verzei...

Bauerschaft-Entstehung und Geschichte

Borkhorn ist eine Bauerschaft in der Stadtgemeinde Löningen und gehört zum Glübbiger Viertel.
Laut Aufzeichnungen des Professors Dr. Cl. Pagensteert, hatten die Grafen von Oldenburg, Egilmar 1 (1091) und Egilmar 11 (1108) unter anderem auch Güter in Borkhorn.
Ferner schreibt er, dass eine Stelle (landw. Betrieb) in Borkhorn um das Jahr 1200 an das Domkapitel in Osnabrück gehörte.
Im Bischöflichen Lehnregister von Osnabrück ist als zur Pfarre Löningen gehörend, die Bauerschaft Borkhorn, im Jahre 1238 unter den Namen „bochorne", verzeichnet.
Laut dieser Aufzeichnung ist unsere Bauerschaft 750 Jahre alt. Sicher lebten auch schon vorher hier Menschen, jedoch können wir nach den uns vorliegenden Unterlagen es nicht beweisen.
Der Name „bochorne" muss sich bald geändert haben. Professor Dr. Reinke schreibt, dass der Name Borkhorn um 1275 als „barchorne" erwähnt wird. Ferner schreibt er, dass der Name aus Barc = Birke und Horn = Winkel-Spitze entstanden sei und soviel wie Birkenwald bedeutet. Der jetzige Name Borkhorn ist zurückzuverfolgen bis zum Jahre 1490, laut einer Urkunde vom 31.01.1490, Nr. 236 im Urkundenbuch.
Bei dem hohen Alter unserer Bauerschaft darf man wohl erwarten, dass sie verschiedene Wandlungen durchgemacht hat. So, wie sich in der Gegenwart Bauerschaft und Umgebung dem Beschauer präsentieren, darf man nicht über die Vergangenheit urteilen.
Grosse Waldungen waren damals vorhanden. Die Leute hielten früher viel von einem guten Waldbestand, hauptsächlich aus Eichenholz. Einmal, weil dieser den Kühen und Pferden einen guten Weidegrund garantierte, einander Mal, weil er für die Schweinezucht die nötigen Eicheln lieferte. Die jetzige Schweinemast war damals unbekannt. Die Tiere wurden in die Wälder getrieben und mussten sich an dem Eichelvorrat fett mästen.
Mit der Entwaldung, der Folge ungünstiger kriegerischer Zeiten war, schwand der Grasanger. Infolge der Tatsache verringerte sich auch der Viehbestand. Die Heide trat an die Stelle der Gräser, das Schaf kam auf und vernichtete, was noch an Laubholz vorhanden war. Selbst die ausgedehnten Heiden hielten die Schafe kahl und knapp und wo junger Baumwuchs spross, wurde er von den genügsamen Tieren angenagt und getötet. Gar manche Landstriche blieben baumlos und versandeten. Häufig trieb der Sturmwind mit seiner Macht gewaltige Staubwolken von den Sandfeldern vor sich her und verschüttete grünende Wiesen und fruchtbare Ackerfelder; ja, der Flugsand bedrohte sogar die menschlichen Wohnungen. Viele Bauernhöfe wurden verwüstet, die Bewohner flüchteten oder kamen durch den Hunger ums Leben. Die wenig Überlebenden fristeten ein kümmerliches Dasein. Schwer genug mag es ihnen geworden sein, wieder zu einem ordentlichen, menschenwürdigen Auskommen zu gelangen. Ihnen fehlten die notwendigen Zug- und Haustiere und das Saatkorn war knapp. Die einzige Einnahmequelle war somit die Schafzucht. Sie gaben den Bewohnern Wolle zur Kleidung und Milch und Fleisch zur Nahrung. Die fleißigen Tiere aber ließen keinen Strauch hoch kommen und so bildeten sich immer mehr Sandfelder.
Um die Heimat vor der Wüstenei zu retten, verordnete die damalige Regierung, dass die durch Flugsand gefährdeten Gemeinden ihre Sande mit Tannen bestellen sollten. Der Samen wurde von der Regierung geliefert. Mit schweren Strafen wurden jene belegt, die sich der Säepflicht entzogen.
Die einheimische Bevölkerung verstand den tiefen Sinn der Massnahme nicht und glaubte zudem, die Tanne werde ihre Schafhaltung zugrunde richten. Ferner würde die Regierung durch diese Massnahme, ihre noch einzige Einnahmequelle reduzieren. Doch fürchteten sie auch die ihnen bei Nichterfüllung des Gebots angekündigten Strafen. Durch eine List vereitelten sie die Absicht der Regierung und hielten sich doch straffrei. Sie kochten den Tannensamen und säten ihn dann in die versandeten Gebiete. Der Samen hatte dadurch seine Keimkraft eingebüsst und die bedachten Landstrecken blieben holzfrei.
Als die Behörde von der List erfuhr, nahm sie die schlimmsten Sande in eigenen Besitz, besäte sie mit Tannensamen und schuf sich mit der Zeit schöne Holzbestände. Seitdem bestehen die Fuhrenkämpe u. a. auch die Werwerfuhren.
Unsere ältesten Nachrichten über die Zahl der Bewohner der Bauerschaft Borkhorn sind aus dem Personenregister der Jahre 1473 bis 1568 geschöpft:
1473 5 Familien 16 Personen
1535 6 Familien 17 Personen
1568 6 Familien 24 Personen
Die trostlosen Zeiten waren der Ausbreitung der Bauerschaft nicht förderlich, überdies war die Mark noch ungeteilt, somit wenig oder keine Gelegenheit zur Errichtung neuer Kolonate geboten.
Im Schatzungsregister 1629 sind fünf Borkhorner als steuerpflichtig aufgeführt.
Grote 1 Thaler
Lüken 1,5 Thaler
Renken 2,5 Thaler
Birwess 2 Thaler
Dirkst 1 Thaler
Ob die beiden letztgenannten Vornamen sind, ist wohl anzunehmen, da Arens und Meinen schon an anderer Stelle im 16. Jahrhundert aufgeführt sind. Im Jahre 1654 erhielt der Bauer für
ein Pfund Butter 28 Pfennige
acht Fuder Torf 1 Thaler
ein Fuder Heu 2,5 Thaler
ein Fuder Stroh 1 Thaler
eine fette Kuh 3 Thaler
29 Pfund Speck 1,5 Thaler
Eine Magd erhielt im Jahr 2,5 Thaler, 8 Ellen Leinen und zwei Paar Schuhe. Der Zinsfuss betrug 5%.
Es war eine armselige Zeit. 1665 wurden die landwirtschaftlichen Betriebe Lüken und Renken nicht bewirtschaftet und die Häuser waren nicht bewohnt. Um 1700 waren in Borkhorn fünf selbständige landwirtschaftliche Betriebe (4 Ganzerben und 1 Halberben).
Im Jahre 1709 war eine schreckliche Kälte, welche viele Menschen und viel Vieh zum Opfer fielen. Die Kälte begann am 5. Januar und endete erst ein paar Tage vor Ostern. Die trostlosen Zeiten dauerten an und wollten nicht enden. Es mussten alte Kriegsschulden abgetragen werden, die Dorfbewohner mussten aufkommen für unabwendbare Lasten, wie Bau und Unterhaltung von Schulen, Herstellung und Instandhaltung von Wegen usw.. Dabei war auf baldige Besserung der Zeiten nicht zu hoffen und so kam man auf Anraten der Behörden dazu, in der Nähe der Bauerschaften Markenteile zu verkaufen, um mit dem Erlös den auferlegten Verpflichtungen nachzukommen.
Das war der Beginn der Markenteilung, die hier erst 1833 zu Ende geführt wurde (hierüber an anderer Stelle mehr).
Damit war auch der Grund gelegt zur Vergrösserung der Bauerschaft. Es war eine neue Periode angebrochen, jedoch der Wohlstand liess noch auf sich warten. Laut Volkszählung im Jahre 1749 hatte Borkhorn 15 Haushalte mit 64 Einwohnern.

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Im Jahre 1870 waren laut damaliger Viehzählung in Borkhorn 14 Pferde, 60 Stück Rindvieh und 36 Schafe und Ziegen.
In den Jahren 1840 bis 1911 haben die damaligen Borkhorner Bauern, ausser Grote, ihren Besitz verkauft.
Heuerleute, Pächter und Eigner kauften zuerst kleinere Flächen, jedoch durch ihre Ausdauer und durch ihren Fleiss konnten sie ihren Besitz immer vergrössern. Um 1900 wurde die wirtschaftliche Lage allmählich besser. Zum Beispiel kosteten die Kälber das 10fache wie im Jahre 1832.
Die sonstigen Viehpreise stiegen auch an.
Vierwöchige Ferkel kosteten 13 Mark
Schweine pro Zentner 50 bis 53 Mark
Rinder • 200 Mark
schweres Rindvieh bis 300 Mark
Die Fernsprechleitungen wurden verlegt und ständig erweitert. Die Gespräche kosteten
z. B.
nach Heede 50 Pfennige
nach Dörpen 25 Pfennige
nach Lathen 25 Pfennige
nach Sögel 20 Pfennige, usw.
Die Eisenbahngleise entlang der B213 in Richtung Lewinghausen wurden verlegt, wer hierfür Grund und Boden abgeben musste, erhielt im Jahre 1907 für je ar 20,- Mark.
Die Hase wurde 1907 begradigt. Die Arbeiter, die beim Durchstich der Hase arbeiteten, auch einige aus Borkhorn, erhielten pro Tag 3 bis 4 Mark. Allmählich kamen bessere Zeiten.
Über weitere Preise und Vergleiche gibt der nachfolgend wiedergegebene Versiche-rungsschein mit einer Deklaration für ländliches Mobiliar, Feldfrüchte, Wiesenerzeugnisse, Kleidung und Vieh usw. aus dem Jahre 1908 Auskunft.

Schon nach ein paar Jahren wurde der Aufschwung durch den ersten Weltkrieg wieder gehemmt. Auch die Nachkriegsjahre waren hart. Trotz der schweren Jahre versuchte man wieder den Anschluss an bessere Zeiten zu bekommen. Ohne Arbeit ging es nicht. Überall wurde Hand angelegt. Es wurde eine Elektrizitätsgenossenschaft im Jahre 1921 gegründet, u. a. war auch August Huesmann hier tätig. Als dann die "dunkle Zeit" vorbei war und als das elektrische Licht brannte, freute sich die ganze Bevölkerung und es war auch eine grosse Arbeitserleichterung. Bei besonderen Arbeiten, wie Erntearbeiten usw. gründete man Arbeitsgemeinschaften, entweder in der Nachbarschaft oder Verwandschaft. Somit konnten die damals kleinen Maschinen besser ausgelastet und die Arbeiten schneller und gemütlicher erledigt werden.
Nach einer kurzen Erholung kam der zweite Weltkrieg und machte vieles zunichte, da ja auch noch das Kriegsgeschehen in unserer Heimat stattfand (hierüber noch an anderer Stelle).
Nach diesem Krieg war der Anfang ziemlich schwer. Viele waren gefallen, vermisst und viele Heimkehrer waren krank und abgespannt von den gewaltigen Strapazen. Maschinen und Vieh waren kaum vorhanden. Kühe wurden als Zugtiere eingesetzt. Einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wurden die bäuerlichen Betriebe immer mehr und mehr spezialisiert. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden Familienbetriebe und der Strukturwandel ergab, dass Arbeitsplätze geschaffen werden mussten. Die Gemeinde Löningen konnte die Firma Weyhausen dazu bewegen, im Jahre 1965 eine Fertighalle zu erstellen. Die Fertigung wurde 1967 mit 60 Mann aufgenommen. Die Entwicklung und Vergrösserung der Bauerschaft ging jetzt mit grossen Schritten voran. Baugelände wurde geschaffen und Häuser gebaut. Borkhorn wurde stetig grösser.
1955 waren in unserer Bauerschaft 170 Einwohner.
1987 waren es 115 Häuser, 129 Haushalte und 472 Einwohner.
Wer vor einigen Jahren und noch früher Borkhorn berührte und jetzt einen Gang durch die Bauerschaft unternimmt, wird anerkennen müssen, dass die Borkhorner die Hände nicht in den Schoss gelegt, sondern die Zeichen der Zeit verstanden haben

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